Warum Abnehmen Ausdauer fordert

Fehlende körperliche Bewegung hat schleichende Auswirkungen auf unseren Körper. Nach dem Bundesamt für Statistik hatten im Jahre 2002 38,7% der erwachsenen Bevölkerung Übergewicht. Bedenklich, denn Studien haben gezeigt dass diejenigen, die schon mit 25 unter Übergewicht oder Fettleibigkeit leiden, ihr Risiko für einen Hüftschaden verdoppeln beziehungsweise verdreifachen. Und so gehören heute schon Krankheiten des Muskel- und Skelettsystems zu den häufigsten und kostenträchtigsten Leiden in Deutschland.

Jeder fünfte Europäer hat einer Untersuchung zufolge in den letzten zwei Jahren versucht, mit einer Diät sein Gewicht zu reduzieren. Allerdings gelang dies nur knapp jedem dritten von ihnen. Möglicherweise lag es an den zu hohen Erwartungen, die durch vollmundige Werbung geweckt wurden, oder dem Wunschtraum in kurzer Zeit die Kilos weg zu bekommen, die sich über eine lange Zeit angesammelt haben.

Dahinter verbirgt sich die bittere Wahrheit, dass Abnehmen in zweifacher Hinsicht Ausdauer fordert: Bei der körperlichen Bewegung und bei der Einschränkung der Kalorienzufuhr.

Gewicht reduzieren kann man nur, wenn der Kalorienverbrauch über der Kalorienaufnahme liegt. Doch reicht die Verringerung der Kalorienaufnahme alleine nicht aus. Denn unser Körper passt sich der niedrigen Kalorienzufuhr an, indem er einfach den Grundumsatz senkt. Schliesslich stellt sich ihm die Reduktion der Kalorienzufuhr wie eine Hungersnot dar. Er spart Kalorien ein wo er kann. Das ist der Grund warum die Gewichtsabnahme bei reiner Einschränkung der Kalorien im Laufe der Zeit immer weniger wird.

Körperliche Bewegung kann dieser Sparwelle unseres Körpers entgegen steuern und den Grundumsatz wieder erhöhen. Deshalb ist es notwendig, an beiden Stellschrauben zu drehen. Die Kalorienaufnahme durch den weitgehenden Verzicht auf Kalorienbomben verringern und gleichzeitig den Kalorienverbrauch erhöhen. 

Sportmediziner empfehlen für den grösstmöglichen Kalorienverbrauch Ausdauersportarten wie Laufen, Fahrrad fahren, Schwimmen oder Walking aber auch Gymnastik oder Training im Fitness-Studio. Das Ausmass des Fettabbaus unterschied sich in einer Untersuchung nicht, ob jemand Krafttraining gemacht hat oder Fahrrad gefahren ist. Als Faustregel gilt, dass man sich soviel bewegen muss, dass man rund 1500 Kalorien in der Woche zusätzlich verbraucht. Rein rechnerisch müsste dafür eine 60 kg schwere Frau 3 Stunden in der Woche walken, da beim Walken 8,4 Kalorien/kg Körpergewicht/Stunde verbrannt werden. Ein 80 kg schwerer Mann sollte dafür schon 2,3 Stunden in der Woche Rad fahren. Zugegeben, man benötigt mehr Ausdauer um 1500 kcal mehr zu verbrauchen, als 1500 kcal zu essen. Aber es lohnt sich - für Ihre Knochen, Gelenke aber auch Ihr Wohlbefinden. Und letzteres ist auch das Ziel, dass Sie motivieren sollte. Orientieren Sie sich nicht an der Gewichtsabnahme pro Woche, da diese nicht immer Freude macht. Machen Sie die körperlichen Aktivitäten die Ihnen Spass machen und motivieren Sie sich über das Mehr an Freude und Wohlbefinden.

Ein Tipp für mehr Wohlgefühl:

Gemeinsam macht Bewegung mehr Spass. Suchen Sie sich Verbündete und planen Sie sich gemeinsame Zeit für eine Fahrradtour am Abend oder eine halben Stunde Walking ein.